Aus dem Konzept geraten

Großartig angefangen, an einem Tiefpunkt aufgehört: Bei FRISCH AUF! Göppingen unterliegen die Bergischen Löwen 22:28 (13:13), weil vor allem in der zweiten Halbzeit fast nichts mehr gelingen will. Die Gastgeber überzeugten mit einer starken 6:0-Deckung, gegen die der BHC mit Ausnahme der Anfangsphasen beider Halbzeiten keine Lösungen fand.

In der neunten Minute versenkte Lukas Stutzke zum zweiten Mal mit einem spektakulären Abschluss aus dem Rückraum. Es war bereits der Treffer zum 8:2 für die Bergischen, die grandios begonnen hatten. Sie hatten sowohl aus dem Positionsangriff getroffen, als auch der zweiten Welle, schnellen Mitte und per Gegenstoß. Die Deckung stand gut, und Tomas Mrkva lieferte ein paar Paraden.

Dass es so nicht weitergehen konnte, war keine Überraschung. Dass es aber bereits zur Halbzeit 13:13 stand, war zumindest unglücklich. Yannick Fraatz hatte noch auf 13:8 gestellt, da häuften sich die Misserfolge. Ein verlorener Ball in der zweiten Welle, zwei Würfe in den Bock beim passiven Spiel, ein nicht genutzter Abpraller - Nutznießer waren die Hausherren, die nach dem umjubelten 13:13 von Jacob Bagerstedt völlig unverhofft noch mit einem Remis in die Pause gingen.

Kurzfristig erholten sich die Löwen von der Angriffsflaute. Fabian Gutbrod und Csaba Szücs nutzten ihre Abschlüsse, und Alexander Weck verwandelte einen Siebenmeter. Zwei Pfostentreffer aber genügten, um den Göppingern die erste Führung zu bescheren, während der BHC sichtbar mehr und mehr aus dem Konzept geriet. Pässe landeten im Aus, Bälle gingen ohne Not verloren, und immer wieder blieb die Abwehr der Gastgeber Sieger. Die Erfolgserlebnisse im gebundenen Angriff blieben nun nahezu aus. Einzig ein verzweifelter Abschluss von Linus Arnesson bei angezeigtem passiven Spiel war noch von Erfolg gekrönt. Und in der Schlussphase fasste sich Alexander Weck noch ein paar Mal ein Herz.


Die Niederlage aber zeichnete sich früh ab, da Ballgewinne in der Abwehr nun ebenfalls kaum noch gelangen. Die Löwen wirkten von der Rolle und traten enttäuscht, frustriert und zerknirscht die Heimreise ins Bergische Land an.

Löwengebrüll - die Stimmen zum Spiel

Sebastian Hinze: „Es ist heute schwierig für mich. Wir haben natürlich sehr gut begonnen heute und ein bisschen die Verunsicherung von Frisch Auf Göppingen ausgenutzt. Man hatte das Gefühl, da steht eine Mannschaft, die voller Selbstvertrauen ist. Wir machen uns das in den zehn Minuten vor der Halbzeit kaputt. Zum einen kassieren wir Tore gegen die Gööpinger Zwei-Kreisläufer-Lösung, verlieren Zweikämpfe, vor allem aber machen wir die Chancen, die wir vorne aus dem Tempospiel und von außen haben, nicht mehr rein. Es wäre eine verdiente Führung zur Halbzeit gewesen. Wir wollten eigentlich neu starten in der zweiten Hälfte. Wir kommen auch gut rein, aber dann bringen uns Kleinigkeiten extrem aus dem Konzept. Damit meine ich die Körpersprache und Überzeugung, mit der wir agieren. Das ist das, was Göppingen zu Hause braucht. Sie haben dann die Körpersprache, bringen uns immer wieder ins Stoppfoul. Jede Parade ist ein Abpraller, der bei Göppingen landet. Die Bälle, die wir aus dem Tempospiel haben, werfen wir noch selbst weg. Wenn man die erste Halbzeit sieht, sieht man, dass es kein Problem der Qualität ist, sondern, dass wir mit den Negativ-Erlebnissen nicht gut umgehen konnten. Es ist unsere größte Aufgabe, das hinzubekommen. Dafür haben wir jetzt zehn Tage Zeit.“

Hartmut Mayerhoffer: „Das Spiel beginnt anders, als wir uns das vorstellen. Wir sind 2:8 hinten, weil wir das Tempospiel des BHC nicht in den Griff bekommen haben. In dem Moment, in dem wir schneller umgeschaltet haben und hinten kompakter standen, haben wir uns Stück für Stück zurückgearbeitet. Der Schlüssel zum Erfolg war, dem BHC im stehenden Positionsangriff die Stärken zu rauben. Die immense Körpersprache ist zum Tragen gekommen. Man hat gemerkt, dass die Spieler alles investiert haben und unbedingt gewinnen wollten. Vorne haben wir immer gute Lösungen gefunden.“

Jörg Föste: „Es war ein sehr guter Beginn, aber danach hat die Mannschaft die Linie verloren. Jetzt gilt es, den Fokus auf das Hannover-Spiel zu lenken, im dem wir uns 60 Minuten von unserer besten Seite präsentieren müssen.“

Spiel
Schiedsrichter: Tanja Kuttler und Maike Merz
Siebenmeter: 2/4 - 3/5
Zeitstrafen: 5 - 4 (Bagersted(2), Kneule, Schiller, Sliskovic - Darj, Fraatz, Nippes, Szücs)
Spielverlauf: 1:5 (5.), 3:8 (10.), 7:9 (15.), 8:11 (20.), 10:13 (25.), 13:13 (30.), 17:16 (35.), 19:16 (40.), 20:17 (45.), 23:19 (50.), 24:19 (55.), 28:22 (60.)

Quelle: PM Bergischer HC 06


  

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