An der Ostsee baden gegangen – SC DHfK scheidet im Pokal aus

Hendrik Pekeler tankt sich gegen die DHfK-Deckung durch. Foto: Rainer Justen Hendrik Pekeler tankt sich gegen die DHfK-Deckung durch. Foto: Rainer Justen

Eigentlich hatten nur kühne Optimisten auf ein Weiterkommen des SC DHfK Leipzig beim deutschen Serienmeister THW Kiel gewettet. Denn die Gastgeber gelten in dieser Saison als allererster Anwärter auf die deutsche Meisterschaft sowie den deutschen Pokal. Sie hatten obendrein das vergangene Bundesligaspiel bei den Rhein-Neckar Löwen souverän gewonnen. Da passte das aktuelle 31:23 gegen die momentan in einer Krise steckenden Handballer aus Sachsen ins Bild.

Trotzdem hielten die Gäste in der ersten Viertelstunde ganz gut dagegen. Philipp Weber erzielte am Anfang des Achtelfinales vier sehenswerte Treffer, auch Lukas Binder und Franz Semper hatten getroffen. Das Ganze erinnerte an das Aufeinandertreffen der beiden Vertretung vor wenigen Tagen, dass die Leipziger in der Schlussphase in der eigenen Halle mit 24:25 Treffern knapp verloren hatten. An diesem Mittwoch leuchtete auf der großen Anzeigetafel in der gerade halb gefüllten Ostseehalle ein ebenso knappes 7:6 auf.

Doch in der Folgezeit scheiterten die Leipziger immer wieder an Andreas Wolff. Der deutsche Nationaltorwart hielt einige Rückraumwürfe und einen Siebenmeter und parierte gegen Lukas Binder gleich mehrere Male toll. Dazu kamen zwei, drei technische Fehler der Gäste, die die Gastgeber zu schnellen Gegenstößen einluden. Rune Dahmke, Lukas Nielsson und Hendrik Pekeler schraubten das Ergebnis kontinuierlich hoch. „Wir haben in dieser Phase kein Bein auf die Platte bekommen!“ schätzte Geschäftsführer Karsten Günther ein. Die Seiten wurden schließlich bei einem sonnenklaren 15:8 gewechselt.

Im Normalfall lassen Spitzenmannschaften bei solchen Zwischenständen in der zweiten Halbzeit nichts anbrennen. Da machten die Gastgeber keine Ausnahme. Sie spulten ihr Pensum kontinuierlich runter. Immer, wenn der THW Kiel einen Treffer brauchte, trafen Lukas Nielsson oder Ole Rahmel oder Harald Reinkind in den sächsischen Kasten. Sie lagen zwischenzeitlich zehn Treffer (27:17, 28:18, 29:19) vorn.

Auf der anderen Seite konnten zwar Philipp Weber und Franz Semper einige Tore werfen und René Villadsen einige Paraden zeigen, doch der Begegnung keine Wende mehr geben. Die Grün-Weißen schafften lediglich in der Schlussphase eine leichte Resultatsverbesserung. Der Endstand lautete 31:23. So findet die Auslosung für das Viertelfinale um den deutschen Vereinspokal ohne die körperkulturellen Handballer statt.

DHfK-Trainer André Haber: „Wir haben uns für das heutige Spiel viel vorgenommen, sind aber unseren eigenen Erwartungen nicht gerecht geworden. In der ersten Halbzeit hatten wir Probleme im Abschluss und haben gegen Andreas Wolff sehr viele Chancen liegengelassen. Außerdem haben wir in den ersten zehn Minuten nicht das Rückzugsverhalten gezeigt, was man gegen Kiel abrufen muss und sind dadurch ins Hintertreffen geraten. Zur Halbzeit lagen wir natürlich schon deutlich zurück, aber hatten uns für die zweite Halbzeit vorgenommen, unsere Angriffseffizienz zu steigern und mehr Stabilität zu bekommen. Das ist uns auch gelungen, aber wir konnten unsere Deckung nicht so stabilisieren, um den THW bei deutlich weniger Toren zu halten, und dadurch kommt dann so ein Ergebnis zustande.“

THW-Trainer Alfred Gislason: „Ich bin sehr zufrieden mit den Jungs. Ich hatte nach dem grandiosen Spiel in Mannheim Angst, dass die Konzentration heute nicht reichen würde. Aber wir standen in der Abwehr sehr gut, und Andi hat überragend gehalten. Er hat mit den gehaltenen freien Bällen sehr geholfen, dass wir zur Pause so deutlich geführt haben. Insgesamt haben wir heute gut gespielt, auch im Angriff. Ich bin glücklich über den Einzug in die nächste Runde. Ein Riesen-Kompliment möchte ich den Fans in der Halle machen: Es war heute eine super Stimmung, Danke dafür! Ich hoffe, dass wir diese Atmosphäre auch Sonntag gegen Gummersbach wieder hinbekommen.“

Statistik:

DHB-Pokal Achtelfinale, THW Kiel - SC DHfK Leipzig: 31:23 (15:8)

THW Kiel: N. Landin, Wolff; Duvnjak, Reinkind (4), M. Landin, Firnhaber (2), Kristjánsson (2), Wiencek (1), Ekberg (2/2), Rahmel (4), Dahmke (3), Zarabec (1), Bilyk, Pekeler (2), Nilsson (8)

SC DHfK Leipzig: Putera, Villadsen; Semper (7), Jurdzs (1), Krzikalla (1), Binder (2), Janke, Pieczkowski, Roscheck, Weber (8/3), Hellmann (1), Remke (1), Gebala (2), Milosevic, Neudeck

Schiedsrichter: Adrian Kinzel/Sebastian Grobe

Strafzeiten: Kiel 6 Min, Leipzig 6 Min

Siebenmeter: Kiel 2/3, Leipzig 2/4

Zuschauer: 6033 Handballfans in der Sparkassen-Arena Kiel

Quelle: PM SC DHfK Leipzig


  



Quick Menu