Knappe Niederlage in Lemgo

Krimi am Donnerstagabend: Die Eulen Ludwigshafen verlieren beim TBV Lemgo Lippe 22:24 (11:10). Eine Schwächeperiode zwischen der 35.und der 42. Minute ließ das Spiel kippen. Die Eulen waren wieder dran – in der Schlusssekunde machte Lukas Zerbe vor 1000 Zuschauern den Heimsieg perfekt.

„Letztlich war’s ein verdienter Sieg“, sagte Eulen-Coach Ben Matschke: „Ab Mitte der zweiten Halbzeit bei 18:17 haben wir uns sehr schwer getan gegen die 6:0-Abwehr mit Peter Johannesson. Meine jungen Spieler haben Lehrgeld gezahlt, haben gesehen, was es heißt, auswärts Bundesliga zu spielen. Da werfen wir zu leicht die Bälle weg. Trotzdem habe ich noch einmal eine Leistungssteigerung gesehen.“

Klimeks Wiedersehen

Lemgo hatte bis zum Corona bedingten Saisonabbruch nach dem 8. März 2020 einen Lauf. Am 3. März hatte der TBV in Ludwigshafen das Pokal-Viertelfinale gegen die Eulen gewonnen, den Einzug ins Final Four geschafft, das nun aber erst 2021 stattfinden wird. Ein Faktor des Pokaltriumphs in der Ebert-Halle: Christian Klimek. Im Sommer kehrte er nach vier Jahren in Lemgo zu „seinen“ Eulen zurück. Am Donnerstagabend gab’s das Wiedersehen. „Ich freu‘ mich mega“, verriet der Kreisläufer am Vortag der Partie in der alten Heimat. Er traf zweimal – und trat dann doch geknickt die Heimreise an. Da war mehr drin.


Jannek Klein – ein Versprechen für die Zukunft. Vor einem Jahr kam er aus dem Talentschuppen des FC Barcelona. Das erste Lehrjahr – hart. Das zweite macht Hoffnung auf eine erfolgreiche Gesellenprüfung. In der Phoenix Contact Arena war Klein ein Aktivposten auf Halbrechts. Selbstbewusst hämmerte er den Ball nach 39 Sekunden zum 1:0 in die Maschen. In der 16. Minuten sorgte der 21 Jahre alte Klein für das 6:6. Gegen Ende der ersten Hälfte löste ihn der ein Jahr jüngere Yessine Meddeb ab und trommelte den Ball zum 9:9 in die Maschen (26.). Als Azat Valiullin für das 10:9 sorgte, nahm Florian Kehrmann Peter Johannesson aus dem Tor, der in 27 Minuten nur eine Parade hatte. Timon Mühlenstädt kam, wurde nach der Pause aber wieder abgelöst. Dass die Eulen zur Pause 11:10 führten, daran hatte Gorazd Škof mit acht Parade großen Anteil. Grandios wie der Oldie in der 7. Minute eine Doppelchance von Isaias Guardiola und Gedéon Guardiola entschärfte. Die Eulen imponierten wohl mit ihrer sehr flexiblen 6:0-Abwehrwand, sie mussten sich ihre Tore sehr hart erarbeiten. So vergab Jan Remmlinger nach einem vom aus dem Tor geeilten Škof abgefangenen Ball frei (14.). Dreimal stand die Latte im Weg, dann verzeichnete Hendrik Wagner nach einem Aluminiumkracher zwei Fahrkarten.. Nach dem 7:9-Rückstand kämpften sich die Eulen wieder zurück. Daniel Wernig, in der 22. Minute erstmals für die Eulen aktiv, sorgte nach einem an Max Haider verursachten Siebenmeter für die 11:9-Führung der Eulen. Zur Pause führten sie 11:10.

Dem 11:11 von Isaias Guardiola ließ Pascal Bührer postwendend das 11:12 folgen (34.). Timm egalisierte mit einem fantastischen Rückhand-Fallwurf (35.) und Isaias Guardiola warf Lemgo in Front (36.). Dass der TBV auf 16:13 davon zog lag auch an Peter Johannesson, der in den ersten fünf Minuten nach seiner Rückkehr ins Tor drei Paraden hatte, am Ende sechs. Ein Kempa-Trick Wernig/Grimm misslang (43.). In der 46. Minute neue Hoffnung: Nach Škofs zehnter Parade verkürzte Klimek auf 15:16. Nach 50 Minuten führte Lemgo 20:17, nach 52 Minuten 21:17. Pech, dass Dominik Mappes in der 51. Minute an der Latte scheiterte – der fünfte Aluminiumtreffer seiner Mannschaft. Lemgo hatte zwei. Die Eulen kamen wieder heran: Max Neuhaus, dann zweimal Jan Remmlinger nach Martin Tomovskis Paraden ins leere Tor. Nur noch 21:20 für die Gastgeber, dann aber traf Lukas Zerbe: 22:20! Wernig verkürzte per Heber auf 22:21. Dann Tim Suton – 23:21. Noch 66 Sekunden! Jannek Klein ergänzte seine Leistung im Eulen-Dress mit seinem vierten Tor: 23:22 – noch 33 Sekunden. Zeitspiel des TBV – die Schiris lassen die „Kehrmänner“ gewähren. Mit der Schlusssirene trifft Lukas Zerbe zum dritten Mal: 24:22.

Seit Dezember 2014 ist Florian Kehrmann Trainer des TBV Lemgo Lippe. Der heute 43-Jährige – eine Ikone des Vereins, dessen Trikot mit der Nummer 15 er 15 Jahre trug. Von 1999 bis 2014 spielte der Rechtsaußen für den TBV, vorher war er für TUSEM Essen und Sportring Solingen am Ball. In 223 Länderspielen schoss der Weltmeister von 2007 820 Tore. Dreimal war „Flo“ Kehrmann Deutschlands Handballer des Jahres. Als er am Donnerstag zu seiner Bank schritt kreuzte sich der Weg mit dem Christian Klimeks. Eine kurze Begrüßung, eine schnelle Umarmung. Sportsgeist. Dass er nach vier Jahren keinen Vertrag mehr in Lemgo bekommen hatte, das nagte an Klimek. Vorbei – wenn auch nicht ganz vergessen. „Ich bin glücklich, ich bin daheim“, sagt der geborene Ludwigshafener.

Statistik

TBV Lemgo Lippe: Johannesson (27. – 30. Mühlenstädt) - Isaias Guardiola (3), Kogut, Carlsbogard (3) - Schagen (1), Elisson (7/2) – Gedéon Guardiola (1) – Timm (3), Baijens (1), Suton (2), Zerbe (3), Reimann

Eulen Ludwigshafen: Škof (50. Tomovski) - Klein (4), Mappes (1), Valiullin (3) - Durak, Remmlinger (3) - Klimek (2) – Dietrich, Wagner, Neuhaus (2), Haider, Wernig (4/3), Meddeb (1), Grimm

Spielverlauf: 0:1( 1.), 4:2 (5.), 5:5 (13.), 6:6 (16.), 9:7 (21.), 9:9 (26.), 9:11 (29.), 10:11 (Halbzeit), 12:12 (35.),13:12 (36.), 16:13 (42.), 16:14 (43.), 20:17 (50.), 21:20 (56.), 22:21 (58.), 23:21 (59.), 23:22 (60.), 24:22 (Ende) - Siebenmeter: 2/2 - 3/3 - Zeitstrafen: 2/2 - Zuschauer: 1000 - Schiedsrichter: Heine/Standke (Wendenburg/Ronnenberg).

Quelle: PM Die Eulen Ludwigshafen


  

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