“DAS WAR SCHON GEIL”: MARIO FERNANDES UND TOMÁŠ SKLENÁK IM INTERVIEW (TEIL 2)

Hattet ihr schon mal Zeit, über die letzten Jahre oder gar die Karriere nachzudenken?

Tomáš: Naja, ich glaube es ist noch Zeit für solche Gedanke und noch zu früh. Ich glaube, es braucht noch Zeit daran zu denken, wie alles war. Ich schaue noch nach vorne, ich werde, wenn das dann alles ordentlich zu Ende geht, schon zurückschauen. Die Aufstiege aus der dritten in die erste Bundesliga, das wirst du nicht vergessen, das war unglaublich.

Mario: Sehe ich im Prinzip ähnlich. Klar hat man immer mal so Augenblicke, z.B. als die Pressemitteilung rausgegangen ist, wo man dann schon mal einen Moment drüber nachdenkt, was so alles passiert ist. Aber ich mein, ob es fünf oder elf Jahre sind, es ist so oder so eine lange Zeit, in der so viele Sachen passiert sind. Ich glaube, da braucht man ein bisschen Zeit, um über alles nachzudenken und zu reflektieren. Für mich gilt zumindest, in elf Jahren TV Hüttenberg ist sau viel passiert, aber eins war es nie: es war nie langweilig. Irgendwas ist immer passiert.

Gibt es vielleicht ein, zwei Anekdoten oder Geschichten, die ihr nicht vergessen werdet, egal wie alt sie sind?


Mario: Ich habe natürlich den ersten Aufstieg in die erste Liga 2010/11 und das anschließende Erstligajahr im Kopf. Das war für mich riesig als damals 20-jähriger in die Bundesliga aufzusteigen. Das war schon krass. In dem Alter habe ich nie damit gerechnet, sowas erleben zu dürfen. Es war schon in der zweiten Liga ein riesen Ding, da spielen und lernen zu dürfen von den Spielern, die damals in Hüttenberg gespielt haben. Es hat sich ja dann schon angebahnt, waren lange oben in der Tabelle dabei. Da kam schon das Kribbeln, dass wir das wirklich schaffen können. Es war ja an Dramatik nicht zu überbieten. Am letzten Spieltag in Saarlouis verlieren und da den Aufstieg verspielen. Wir sitzen im Bus auf der Heimfahrt und sind zu Tode betrübt und dann hast du eine Woche später das erste Relegationsspiel zu Hause gegen Minden und dann schießen wir die da mit elf Toren Unterschied aus der Halle. Das war schon krass, was da innerhalb von so einer kurzen Zeit in der Mannschaft passiert ist.

Da ist Mittelhessen komplett ausgerastet, oder?

Mario: Auf jeden Fall. Wir hatten damals vielleicht ein zwei Leute, die das professionell gemacht haben. Der Rest waren alles Studenten oder haben nebenbei gearbeitet. In Minden war das ziemlich sicher andersrum, das Verhältnis zu Profis und Studenten. Mit so einer Truppe den Aufstieg zu schaffen, das war schon geil.

Hast du noch eine Anekdote, Skleny?

Tomáš: Es gab so viele geile Spiele. Die Aufstiege aus der dritten in die erste Liga, die Aufstiegsfeier mit Bühne in unserer Halle. Die Leute haben mit uns gefeiert, diese Familie war unglaublich. Mein Vater sagt immer: wie geil ist das, dass die Leute in der Halle auf der Platte einfach feiern können und alle bis halb eins in der Nacht bleiben. Ich glaube das hat kein anderer Verein.

Und sportlich? Hast du eine Top 3?

Tomáš: Drei ist schwierig für mich. Ein super Spiel war auf jeden Fall in Melsungen, das wir dort gewonnen haben. In der ersten Liga ein besonderer Auswärtssieg, das war echt geil. Ein Spiel was ich noch in Kopf habe, war ein Heimspiel in Hüttenberg gegen Eisenach. Da standen 300 Fans auf der Tribüne und haben meinen Namen gerufen. Aber die Zeit war einfach geil, nicht so einfach, da drei Spiele rauszusuchen.

In Eisenach bist du in die Hall of Fame aufgenommen worden, in Hüttenberg großer Publikumsliebling. Du hast immer dafür gesorgt, dass dich die Fans mögen, oder?

Tomáš: Ich habe ja auch alles dafür gemacht nach den Spielen (lacht). Schon in meiner ersten Profistation hat der Trainer gesagt, die Fans und die Leute sind wichtig für die Spieler. Egal ob geduscht oder nicht, nach dem Spiel geht es zu den Fans. Dann hast du die Fans auf deiner Seite, egal ob du gewonnen oder verloren hast. Und die Fans bezahlen Geld, um die Spiele zu sehen, ich habe einfach 15 Jahre lang versucht so lange wie möglich mein Bestes zu geben. In Eisenach habe ich mein Trikot in der Halle unterm Dach und in Hüttenberg habe ich viele Freunde gefunden.

Melsungen war auch für dich besonders oder, Mario?

Mario: Auf jeden Fall. Wenn man die Aufstiegsspiele weglässt, war das auf jeden Fall eines der absoluten Highlights. Im ersten Erstligajahr haben wir in Gießen gegen den HSV gespielt, damals noch Creme de la Creme des deutschen Handballs. Denen haben wir einen Punkt abgetrotzt, das war ein absolut verrücktes Spiel und ein Highlight. Wenn ich noch ein drittes nennen müsste, würde ich noch das erste „richtige“ Spiel für den TV Hüttenberg nennen. Das war damals sogar gegen Eisenach, da kann sich Skleny wahrscheinlich überhaupt nicht dran erinnern, dass ich damals mein Debüt gegeben habe für die erste Mannschaft in der 2. Liga.

Skleny, da warst du noch ein junger Hüpfer und du auch, Mario.

Mario: Ich war wirklich noch ein junger Hüpfer, Skleny war schon im besten Handballalter (lacht).

Tomáš: Ich war schon ein wenig älter ja, das stimmt (grinst).

Auch mit 38 hast du den ein oder anderen Jungen alt aussehen lassen.

Tomáš: (schmunzelt). Ich sage immer, das ist nur eine Nummer, egal wie hoch. Wichtig ist, der Spaß und der Wille, dann reicht das aus.

Vielen Dank für das Gespräch und euch weiterhin alles Gute.

Quelle: PM TV 05/07 Hüttenberg



  

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