MT lässt in Nordhorn nichts anbrennen

Der beste MT-Schütze Kai Häfner. (Foto: A. Käsler) Der beste MT-Schütze Kai Häfner. (Foto: A. Käsler)

Diesmal hat sich die MT Melsungen nicht vorführen lassen. Was beim letzten Auswärtsauftritt beim Aufsteiger in Balingen kräftig daneben ging, war am Sonntag, beim Spiel gegen den zweiten Neuling der Liga kein Thema. Im Gegenteil, die Nordhessen landeten gegen die HSG Nordhorn-Lingen einen souveränen 31:24 (16:11) -Sieg und machten damit zwei Tabellenplätze gut, sprangen von 11 auf 9. Entscheidend für den Erfolg in Nordhorn waren die über weite Strecken gut funktionierende 6:0-Abwehr und die Ausbeute im Angriff. Der Außenseiter konnte lediglich knapp acht Minuten bis zum 4:4 mithalten, ehe sich die MT Zug um Zug absetzte. Erfolgreichste Torschützen vor 2.361 Zuschauern im Nordhorner Euregium waren für die Hausherren Rechtsaußen Robert Weber (12/3) und für die Gäste Rückraumspieler Kai Häfner, der von neun Chancen sieben verwertete. Als nächsten Gegner erwartet die MT am Donnerstag die Rhein-Neckar Löwen, die aktuelle drei Zähler mehr auf der Habenseite vorweisen können.


Nicht ganz in Bestbesetzung war die MT nach Nordhorn gereist. Keeper Johan Sjöstrand war aufgrund anhaltender Rückenprobleme zuhause geblieben. Statt seiner nahm Heiko Grimm den jungen Glenn-Louis Eggert mit. Als Anfangsformation schickte der Coach Michael Allendorf, Julius Kühn, Domagoj Pavlovic, Kai Häfner, Tobias Reichmann und Marino Maric aufs Feld, zwischen den Pfosten begann Nebojsa Simic. In der Abwehr wurden Häfner und Pavlovic von Finn Lemke und Felix Danner vertreten.


Die ersten drei Treffer des Spiels fielen binnen 112 Sekunden. Die MT eröffnete durch Marino Maric, der mit gutem Auge von Julius Kühn bedient wurde. Im Gegenzug war ebenfalls der Mann am Kreis erfolgreich, Luca de Boer glich für die Hausherren aus. Im dritten Angriff war Kai Häfner nur per Foul zu stoppen – den fälligen Strafwurf verwandelte Tobias Reichmann zum 1:2. Und auch MT-Tor Nummer 3 entsprang einem Foul, in dem Fall an Marino Maric – Siebenmetertorschütze erneut Reichmann.



Aber davon ließen sich die Nordhorner zunächst nicht beirren. Robert Weber, erfahrenster Erstligaspieler in den Reihen der Grafschafter, bis letzte Saison noch im Trikot des SC Magdeburg, nutzte die Überzahl seines Teams (Felix Danner saß für 2 Minuten auf der Bank) und erzielte den Anschluss. Und auch den Ausgleich besorgte der Rechtsaußen, nachdem Kai Häfner ein Fehlpass unterlaufen war. Domagoj Pavlovic antwortete mit dem 3:4, die Gegenreaktion ließ nicht auf sich warten: de Boer markierte vom Kreis den erneuten Ausgleich. Und damit waren die Gastgeber auch schon zum letzten Mal in dieser Partie mit der MT auf Augenhöhe.



Nach knapp 11 gespielten Minuten und dem 4:7-Rückstand bat Trainer Geir Sveinsson seine Schützlinge an den Spielfeldrand, gab als Instruktion das Spiel “breit” zu machen und beorderte den stämmigen Dominik Kalafut für Luca de Boer an den Kreis. Nach Wiederanpfiff gelang dem wendigen Alex Terwolbeck das 5:7, zuvor hatte Tobias Reichmann eine Riesengelegenheit gegen Zerberus Björn Buhrmester ausgelassen.



Mit einem 3:0-Lauf (Julius Kühn und zweimal Tobias Reichmann) sorgte die MT zum ersten Mal für einen Fünf-Tore-Vorsprung (6:11, 20. Min.). Da nützte den Hausherren auch der Torhüterwechsel nichts – für Björn Buhrmester hütete ab der 17. Minute der acht Jahre jüngere Bart Ravensbergen das Gehäuse. Der Melsunger Vorsprung hatte Bestand bis zum Pausenpfiff (11:16), auch wenn Nordhorn zwischenzeitlich noch zweimal auf vier herankam.



Zu dem Zeitpunkt schon von einer Vorentscheidung zu sprechen, wäre allerdings nicht angemessen gewesen. Das änderte sich erst zur 40. Minute. Bis dahin hatten sich die Nordhessen mit einem 4:0-Lauf auf 13:21 abgesetzt. Roman Sidorowicz, mit Beginn der zweiten Halbzeit im linken Rückraum statt Julius Kühn am Ball, machte mit einem unnachahmlichen 1:1-Wackler den Auftakt zu der Viererserie. Der ebenfalls neu auf dem Feld stehende Yves Kunkel (für Michael Allendorf) brauchte noch etwas Eingewöhnung, der Linksaußen scheiterte mit seinem ersten Versuch an Ravensbergen. Auf der anderen Seite ließ Nebojsa Simic kurzzeitig Julian Possehl verzweifeln. Kai Häfner, weiterhin treffsicher, setzte mit zwei Toren in Folge nach. Eine weitere Auszeit Nordhorns brachte keinen Erfolg. Im Gegenteil: Nach Wiederanpfiff netzte der im Gegenstoß nach vorn geeilte Finn Lemke zum 13:21 ein.



In der Folge kamen die Hausherren nie mehr näher heran als mit fünf Toren. Die Durchschlagskraft im Rückraum erwies sich als zu gering und der Abwehr fehlte es an einer gewissen Robustheit. So konnte die MT ihr Spiel bis zum Schluss durchziehen und geriet selbst aufgrund einiger Unkonzentriertheiten nicht im Entferntesten mehr in Gefahr. Der insgesamt gut haltende Nebojsa Simic konnte sich durch einige Paraden weiter auszeichnen. Der klare Vorsprung ließ zudem Einsatzzeiten für die beiden Youngster Stefan Salger (bedankte sich mit zwei Rückraumtoren) und Glenn-Louis Eggert zu, der den letzten Ball der Nordhorner abwehren konnte. Somit geht der 31:24-Sieg auch in dieser Höhe in Ordnung.


Stimmen zum Spiel:



Heiko Grimm: „Ich bin ziemlich zufrieden. Wir haben heute weniger Einzelaktionen gezeigt, sondern haben uns taktisch gut verhalten, mehr miteinander und auf den Punkt gespielt. Das ist generell das Ziel unseres Spiels. Wenn drei vier Spieler an gelungenen Aktionen beteiligt sind, ist das besser, als wenn alles von einem abhängt. Leider ist zwischendurch wieder eine alte Krankheit zutage getreten. Bei klarer Führung schleichen sich Unkonzentriertheiten ein, es passieren Fehler, es wird zu Teil unvorbereitet abgeschlossen. Hier fehlt uns noch das Selbstverständnis. Ich habe heute allen Spielern Einsatzzeiten gegeben. Das war ein klarer Hinwies darauf, dass wir bei der Summe von vielleicht mehr als 50 Saisonspielen wirklich jeden in der Mannschaft brauchen, Insofern hat es mich gefreut, dass jeder seine Rolle angenommen und seinen Einsatz genutzt hat“.



Kai Häfner im SKY-Interview ...


.. auf die Frage, ob dies heute eine weitere Wiedergutmachung fürs Balingen-Spiel war: “Ich denke, dazu braucht es mehr als zwei gute Ergebnisse. Dieses Spiel ist noch nicht ganz aus unseren Köpfen. Aber ja, wir sind zunächst froh, heute hier gewonnen zu haben. Wir waren uns bewusst, dass wir eine andere Einstellung und eine andere Gangart zeigen müssen, das ist uns ganz gut gelungen“.


… auf die Frage, ob er mit seiner Leistung zufrieden war: “Es ist immer noch Luft nach oben“.


HSG Nordhorn-Lingen – MT Melsungen 24:31 (11:16)



HSG Nordhorn-Lingen: Ravensbergen (8 Paraden, ab 17. Min.), Buhrmester (2 Paraden, 1.-16. Min.) – Verjans (n.e.), Heiny 1, Leenders, Weber 12/3, Mickal 1, Miedema 1, Terwolbeck 2, de Boer 3, Wiese 1, Prakapenia (n.e.), Seidel, Possehl 1, Pöhle 1, Kalafut 1 – Trainer Geir Sveinsson.



MT Melsungen: Simic (9 Paraden, 1.- 55.Min.), Eggert (1 Parade, ab 56. Min) – Maric 1, Kühn 3, Lemke 2, Reichmann 5/4, Ignatow, Kunkel 3, Mikkelsen, Danner 1, Schneider 2, Allendorf, Sidorowicz 4, Häfner 7, Salger 2, Pavlovic 1 – Trainer Heiko Grimm.



Schiedsrichter: Lars Geipel (Leipzig) & Marcus Helbig (Landsberg)



Zeitstrafen: 8 Min. – 2 Min. (Heiny, de Boer, 2x Possehl – Danner)



Strafwürfe: 4/4 – 3/3



Zuschauer: 2.361, Euregium, Nordhorn



Das nächste Spiel:


Do., 26.09.19, 19:00 Uhr: MT Melsungen – Rhein-Neckar Löwen, Rothenbach-Halle Kassel




Quelle: PM MT Melsungen


  

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