Johansson lässt Klingenhalle jubeln

In letzter Sekunde belohnt sich der Bergische HC doch noch gegen die MT Melsungen. Nachdem die Löwen fast während der kompletten Spielzeit hinten gelegen haben, trifft Ragnar Johannsson zum 24:24 (8:11)-Ausgleich. Während 2114 Zuschauer in der Klingenhalle einen zwischenzeitlich kaum für möglich gehaltenen Punkt feiern, reift die Erkenntnis: Sogar ein Sieg wäre im Heimauftakt der neuen Saison in der LIQUI MOLY Handball-Bundesliga möglich gewesen.



Chancen erspielte sich die Mannschaft von Sebastian Hinze von Anfang an, doch immer wieder ließ die Truppe klare Abschlüsse aus sechs Metern liegen. Neun Stück zählte der Trainer in der ersten Hälfte. MT-Torhüter Nebojsa Simic entnervte die Löwen von Minute zu Minute mehr. Ob vom Kreis, von der Siebenmeter-Linie oder von außen, die BHC-Ausbeute blieb in den ersten 30 Minuten mit einer Ausnahme mager: Sebastian Damm drehte nach seiner Einwechslung in der neunten Minute auf, erzielte fünf der nächsten sechs Treffer für die Gastgeber und markierte das 7:6 - die einzige Löwen-Führung der Partie.



Den Zwischenspurt stoppten die Gäste nach einer Auszeit aber schnell. Simic parierte dann auch gegen Damm einen Siebenmeter, und die Melsunger gingen mit einem 11:8-Vorsprung in die Pause. Während sich der BHC im Positionsangriff mit leichten Treffern erwartungsgemäß schwertat, versenkten die MT-Handballer trotz einer glänzend aufgelegten Abwehr und eines sehr gut haltenden Christopher Rudeck auch aus neun Metern.



Das änderte sich in der zweiten Halbzeit nicht, wobei die BHC-Deckung konzentriert blieb. Auch durch weitere Drei-Tore-Rückstände ließen sich die Hausherren nicht aus der Ruhe bringen, bestachen durch defensive Stabilität und eine enorme Angriffsdisziplin. Wenn die Gastgeber nicht aus dem Tempospiel erfolgreichen waren, mussten sie für jedes Tor sehr hart arbeiten. Doch der Wille, sich gegen die Niederlage zu stemmen, blieb bis zum Schluss ungebrochen.



Ein Beispiel: Linus Arnesson bekam am Kopf etwas ab, musste in der Kabine behandelt werden, kam aber mit Verband wieder zurück. Gerade hatte der Schwede die Bank erreicht, da ging er auch schon wieder auf das Spielfeld. Je länger die Partie dauerte, desto mehr Rückschläge musste die Mannschaft verkraften. Doch auch die einfachen Tore von Julius Kühn oder Kai Häfner in der Schlussphase beantwortete die Mannschaft. Durch Lukas Stutzke, der gleich zwei Mal entscheidend traf, oder Max Max Darj, der vom Kreis nun auch immer wieder Simic überwand.



Ein vergebener Strafwurf von Arnor Gunnarsson gehörte zu den Dämpfern der zweiten Hälfte, aber der Isländer übernahm trotzdem die Verantwortung eine Minute vor Schluss. Er trat zum Siebenmeter an und verwandelte zum 23:23. In der Klingenhalle standen längst alle, feuerten den BHC lautstark, geradezu frenetisch an. Dann hatte die MT Glück, dass nicht auf Stürmerfoul gegen sie entschieden wurde. Häfner schloss zum 24:23 ab. Ein letzter Angriff aber blieb dem BHC. Und in dem krönte Ragnar Johannsson seine ohnehin gute Leistung. Der Neuzugang stieg hoch und donnerte die Kugel zum Ausgleich in die Maschen. Die Klingenhalle bebte.



Löwengebrüll – die Stimmen zum Spiel


Heiko Grimm: "Wir sind natürlich enttäuscht, weil wir das ganze Spiel über geführt haben. Wenn man kurz vor Schluss den Ausgleich kassiert, ist es sehr bitter. Aber es hilft nichts. Wir haben in der ersten Halbzeit konzentriert Abwehr gespielt und waren auch gut im Rückzug. Daraus müssen wir mehr Kapital schlagen in der Vorwärtsbewegung. Wir haben die Chance, deutlicher in Führung zu gehen. Danach ist es unerklärlich, dass sich jeder individuelle Fehler herausnimmt. Es ist eine Frage der Disziplin. Wir bekommen in der zweiten Hälfte 16 Gegentore, wobei wir in der ersten bei acht standen. Das ist unerklärlich, wir müssen darüber sprechen. Wir haben gesehen, dass wir das viel besser können.“


Sebastian Hinze: "Natürlich holen wir den Punkt im letzten Angriff und sind vorher nicht in Führung. Was den Verlauf angeht, müssen wir glücklich sein. Es zeigt die Charakterstärke der Mannschaft. Sie hat sich nicht von Rückschlägen oder von vergebenen Chancen aus dem Konzept bringen lassen. Die Jungs verdienen sich das. Ich habe ein sehr gutes Spiel gesehen, dass auch zwei Punkte verdient gehabt hätte. Wir vergeben in der ersten Halbzeit neun Bälle aus sechs Metern. Daher können wir nicht so viel falsch gemacht haben in der Spielanlage. Nur stand da eben Simic im Weg. Bei den Dingen, bei denen ich ansetzen muss, habe ich aber ein herausragendes Spiel gesehen - eines der besten Unentschieden seitdem ich hier Trainer bin. Daher bin ich stolz, dass wir einen Punkt geholt haben - und auch glücklich. Beim nächsten Mal versuchen wir effektiver aus sechs Metern zu sein."


Jörg Föste: "Die Unterstützung war furios und hat eine ganze Menge bewirkt. Ich habe das Spiel so gesehen wie Sebastian. Man könnte es bei einem Unentschieden unverfänglich formulieren, dass die konzeptionell bessere Mannschaft sicher nicht gewonnen hat. In diesem Spiel sind unglaublich viele Dinge geschehen, die unglücklich waren. Die Mannschaft ist sehr gut damit umgegangen und hat sich den Punkt redlich verdient."




Spiel


Schiedsrichter:



Marcus Hurst und Mirko Krag


Siebenmeter:



5/9 - 1/1


Zeitstrafen:



2 - 6 (Darj, Stutzke - Danner, Häfner, Lemke, Maric, Schneider(2))


Spielverlauf:



1:2 (5.), 2:4 (10.), 4:5 (15.), 7:6 (20.), 7:9 (25.), 8:11 (30.), 10:14 (35.), 14:15 (40.), 16:17 (45.), 18:19 (50.), 20:20 (55.), 24:24 (60.)




Quelle: PM Bergischer HC 06


  

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