Vor vorletztem Heimspiel: Verletzungssorgen werden immer größer

Auf die Zähne beißen, sich zugleich aber mit Spielfreude durchsetzen ist die Aufgabe für Felix Krüger und die HSG Konstanz mit sehr jungem Aufgebot. (Foto: Peter Pisa) Auf die Zähne beißen, sich zugleich aber mit Spielfreude durchsetzen ist die Aufgabe für Felix Krüger und die HSG Konstanz mit sehr jungem Aufgebot. (Foto: Peter Pisa)

3. Liga: HSG Konstanz – TSV Neuhausen/Filder (Samstag, 20 Uhr, Schänzle-Sporthalle)



Ein vorletztes Mal in der regulären Saison darf Drittliga-Meister HSG Konstanz am Samstag, 20 Uhr, vor den eigenen Anhängern antreten. Wenn die HSG auch große Verletzungssorgen plagen, so soll das begeisterungsfähige Publikum in der „Schänzle-Hölle“ gegen den TSV Neuhaseun/Filder noch einmal mitgerissen werden. Gerade für die jungen nachrückenden Talente ist das Heimspiel vor großer Kulisse „sicher etwas Besonderes“, wie Cheftrainer Daniel Eblen erklärt.



Bislang strömten 14 500 Fans zu den 13 Heimspielen der HSG. Diese Bilanz mit im Schnitt 1115 Besuchern pro Partie bedeutet Bestwert in der 3. Liga Süd und Rang fünf unter allen 64 Drittligisten der Bundesrepublik. Die besondere Atmosphäre in der „Schänzle-Hölle“ wird nun vor allem ein Highlight für Torwart Moritz Ebert (18), die Rückraumspieler Samuel Löffler (20) und Joel Mauch (20) sowie Linksaußen Patrick Volz (19) aus der A-Jugend und U23 werden. So groß die Vorfreude darauf bei den Nachwuchshoffnungen ist, so unerfreulich sind die Gründe für die bevorstehenden Einsätze der vier Eigengewächse. Unter der Woche brauten sich dunkle Wolken über dem Schänzle zusammen. Die doppelte Hiobsbotschaft: Sowohl Fabian Schlaich als auch Tim Keupp gesellten sich zu den Verletzten hinzu. Schlaich plagen Schulterprobleme, Keupp zog sich eine Fraktur im Handgelenk zu. Inwieweit dies eine längere Pause bei beiden nötig macht und zur Bedrohung für Einsätze in den Aufstiegsspielen zur 2. Bundesliga wird, werden die nächsten Tage ergeben. Noch besteht die Hoffnung, dass beide nicht allzu lange ausgefallen.



Gleiches gilt bei Rekonvaleszent Fabian Maier-Hasselmann und Keeper Simon Tölke, der nach einem Treffer auf das Auge aus nächster Nähe im Spiel gegen die Rhein-Neckar Löwen weiter pausieren muss. Sicherheitshalber ist Tölke bis nach Ostern krankgeschrieben. Im Moment ist Ruhe und Schonung für das Auge verordnet, sodass die Einblutung abklingen kann. Eine zunächst befürchtete Beschädigung der Netzhaut ist nach weiteren Untersuchungen aber eher unwahrscheinlich. „Ich hoffe“, sagt der Rückhalt der HSG, „dass ich in der Woche vor unserem letzten Heimspiel gegen Backnang wieder einsteigen darf.“ Zudem muss auch Kapitän Tom Wolf weiter pausieren. Ohne fünf Leistungsträger sind somit erneut die ganz Jungen auf Konstanzer Seite gefordert.



In Willstätt beim 31:20-Sieg haben sie ihre Chance eindrucksvoll genutzt, das attestierte ihnen auch der HSG-Coach. Es zeigt sich dabei einmal mehr, dass der Konstanzer Weg mit großem Aufwand in der Jugendarbeit und in der Oberliga-U23 belohnt wird und reichlich Früchte trägt. „Dafür betreibt man den Aufwand schließlich“, sagt Eblen und freut sich über die Entwicklung der jungen Talente, die nun ins kalte Drittliga-Wasser geworfen werden müssen. Eblen: „Es ist doch toll, wenn hier etwas ernten können, etwas nachrückt und es bei den Jungs vorwärts geht.“ Samuel Löffler habe seine Sache in Willstätt schon gut gemacht, während Moritz Ebert, so Eblen weiter, „gezeigt hat, dass er auch auf diesem Niveau ein richtig guter Torwart werden kann.“



Allerdings muss sich die Konstanzer „Boygroup“ im vorletzten regulären Auftritt in eigener Halle mit den Gästen aus der 12000-Einwohner-Gemeinde im Landkreis Esslingen auf einen sehr emotional und kämpferisch agierenden Kontrahenten einstellen. Neuhausen/Filder belegt aktuell mit einem Punkt Rückstand auf Willstätt und das rettende Ufer den ungeliebten 14. Rang, der am Saisonende den Gang in die Oberliga bedeuten würde. Dass Neuhausen nach dem guten zehnten Rang in der letzten Spielzeit und der tollen Leistung im Hinspiel, als die HSG lange für den 27:24-Auswärtssieg hatte kämpfen müssen, überhaupt in dieser Bredouille steckt, kommt für viele doch etwas überraschend. Zumal bis Saisonende mit Eckard Nothdurft ein ehemaliger Bundesligaspieler und absoluter Fachmann an der Seitenlinie steht. Danach wird er den Klub auf eigenen Wunsch verlassen. Zuvor möchte er sich allerdings mit dem Klassenerhalt verabschieden und kann dabei auf starkes Personal bauen. Hannes Grundler ist mit 178 Treffern aktuell drittbester Werfer der 3. Liga Süd. Louis Mönch kommt auch schon auf 102 Tore, Timo Durst auf 101. Im Hinspiel allerdings war Torwart Sebastian Arnold die größte Hürde für die HSG. Mit reihenweise spektakulären Paraden hielt der ehemalige Jugend-Nationalspieler und per Doppelspielrecht elfmal in der Bundesliga beim TVB Stuttgart eingesetzte Keeper die Partie lange offen.





Daniel Eblen stellt sich und seine Mannschaft zudem auf unterschiedlichste Varianten in der Offensive und Defensive ein. „Wir werden dort sicher vor viele unterschiedliche Aufgaben gestellt“, weiß er. „Sei es der siebte Feldspieler oder eine offensive Abwehr: da wird einiges abgefragt werden.“ Angesichts der guten Leistungen, die der 44-Jährige in der Videoanalyse des Gegners und im Hinspiel gesehen hat, zuckt er bei der Ausbeute von derzeit 17 Punkten etwas ratlos mit den Schultern. „Das zeigt“, meint er, „wie stark diese Liga sein muss.“ Jetzt erwartet er die Württemberger „mit richtig Risiko“ und sehr kämpferisch. Mit dem Kopf müsse man daher bei der Sache und in der Abwehr sehr beweglich sein, fordert der HSG-Coach. Denn für den Übungsleiter ist klar: „Wir wollen nicht in den Abstiegskampf eingreifen. Das Spiel ist wichtig und wir wollen trotz der Verletzungsprobleme ordentlich auftreten. Für die Jungen ist das etwas Tolles. Man kann davon ausgehen, dass sie richtig Bock darauf haben werden.“ Zudem soll die gute Bilanz als beste Heim- und Auswärts- sowie beste Hin- und Rückrundenmannschaft mit der sichersten Deckung der Liga bestätigt werden. 13 Siege in 14 Heimspielen gab es bislang zu feiern. Nummer 14 steht auf dem Wunschzettel der ganz jungen Konstanzer Garde.





Tickets sind online unter www.hsgkonstanz.de/tickets erhältlich.





Dauerkarten, Einzeltickets und Fanbus für Relegation





Die Aufstiegsspiele zur 2. Bundesliga am 11. Mai um 19.30 Uhr in Eisenach und am 18. Mai um 20 Uhr in Konstanz werfen indes auch schon ihre Schatten voraus. Beim Heimspiel gegen Neuhausen/Filder sind neben Dauerkarten, die beide möglichen Heim-Relegationsspiele ohne Zusatzkosten beinhalten, erstmals und zunächst nur hier Einzeltickets für den 18. Mai an der Tageskasse im Vorverkauf erhältlich.





Plätze für den Fanbus nach Eisenach sind für 25 Euro inklusive Getränke im Bus über Christian Riether unter Tel.: 0177/6510009 buchbar. Abfahrt ist am Spieltag um 11 Uhr an der Schänzle-Sporthalle, die Rückfahrt ist gegen 22.30 Uhr geplant. Die HSG Konstanz sammelt über ihren Fanclub-Vorsitzenden Christian Riether zudem bis 1. Mai weitere verbindliche Kartenbestellungen für die Partie in Thüringen über eine Mail mit Vor- und Nachname sowie Kontaktmöglichkeit und Preiskategorie an Riether.Christian@gmx.de.


Quelle: PM HSG Konstanz