Gerd Hofele: „Müssen Leistungsschwankungen abstellen“

FRISCH AUF! hat eine bewegte Vorrunde hinter sich. Schlechter Saisonstart, Trainerwechsel, aber dann auch überraschende Siege dank einer Leistungssteigerung sowie Zuschauerreaktionen auf die neuen Anwurfzeiten. In der Winterpause gab und gibt es also reichlich Gesprächsstoff, zumal das Verletzungspech der FRISCH AUF!-Mannschaft leider treu bleibt. Anlass genug, FRISCH AUF!-Geschäftsführer Gerd Hofele zu den interessanten Themen und zu einem Ausblick auf die Rückrunde zu befragen.Frage: Welche sportliche Bilanz ziehen Sie aus der Vorrunde?Gerd Hofele: Insgesamt betrachtet können wir natürlich mit den gezeigten sportlichen Leistungen und dem daraus resultierenden Tabellenplatz in der Bundesliga bei 16:22 Punkten nicht zufrieden sein. Wenngleich u.a. sehr viele Punkte in den Schlussphase einzelner Spiele teilweise recht unglücklich verloren wurden, so müssen wir insbesondere die starken Leistungsschwankungen auf dem Spielfeld in der Rückrunde abstellen. Nach einer Analyse der Schwachstellen gilt es diese zielgerichtet in der Vorbereitung auf die Rückrunde zu beseitigen.Frage: Mit Zarko Sesum ist ein FRISCH AUF!-Spieler bei der EM in Kroatien aktiv. Tim Kneule und Marcel Schiller stehen in der deutschen Mannschaft auf Abruf bereit. Wie sieht man das bei FRISCH AUF! und welche Chancen geben Sie der deutschen Nationalmannschaft in den kommenden zwei Wochen?Gerd Hofele: Ich freue mich für Zarko Sesum, dass er mit der serbischen Nationalmannschaft die Möglichkeit hat, bei der Handball EM in Kroatien dabei zu sein. Es ist eine besondere Ehre für jeden Sportler für sein Heimatland spielen zu dürfen. Die Teilnahme an einer EM, WM oder Olympia stellt sicherlich ein Highlight jeder Sportlerkarriere dar. Deshalb hätte ich es natürlich auch Tim Kneule und Marcel Schiller sehr gegönnt, bei der Deutschen Nationalmannschaft mitzuwirken. Das deutsche Team verfügt über eine hohe Ausgeglichenheit im Spielerkader, was bei einem Turnier mit hoher Belastung in wenigen Tagen besonders vorteilhaft ist. Deshalb denke ich, dass mindestens die Erreichung der Halbfinals eine anspruchsvolle aber auch realistische Zielsetzung darstellt.Frage: In der Vorrunde haben zehn FRISCH AUF!-Bundesliga-Heimspiele in der Hölle Süd stattgefunden. Wie zufrieden sind Sie insgesamt mit den Zuschauerzahlen in der EWS Arena und was versprechen Sie sich für die sieben Bundesliga-Heimspiele in der Rückrunde?Gerd Hofele: Dass der neue Fernsehvertrag mit Sky und ARD/ZDF einen Paradigmenwechsel unserer Sportart insbesondere im Zuschauerverhalten bedeutet, war allen am Handballsport Beteiligten im Vorfeld der neuen Saison bewusst. Ich bedanke und freue mich deshalb sehr, dass ein Großteil der Sponsoren und Dauerkartenbesucher FRISCH AUF! nach wie vor tatkräftig unterstützt. Trotzdem waren wir von dem sehr schwachen Besuch in den zu Saisonbeginn stattfindenden Heimspielen enttäuscht, zumal wir aufgrund von Renovierungsarbeiten in unserer EWS Arena erstmalig keine Spiele in den Sommerferien austragen mussten. Mit den traditionell sehr gut besuchten Heimspielen im Dezember, insbesondere zum Jahreswechsel, konnten wir diesen Rückgang teilweise kompensieren. Der Zuschauerbesuch der sieben Bundesliga-Heimspiele in der Rückrunde wird sicherlich auch stark von der Performance unserer Mannschaft auf dem Spielfeld abhängen. Frage: Seit Beginn der Saison 2017/2018 ist der neue Fernsehvertrag mit Sky und ARD/ZDF in Kraft. Wie fällt insgesamt Ihre Zwischenbilanz aus?Gerd Hofele: Das gesamte HBL-Präsidium und die HBL-Geschäftsführung werden im Januar auf einem 2-tägigen Review-Workshop mit den Top-Entscheidern von Sky sowie ARD/ZDF in Hamburg zusammentreffen, um eine erstes allgemeines Update der Kooperationspartner für die Bereiche Produktion und Spielstätten-Organisation, Spielplangestaltung, Marketing sowie interne & externe Kommunikation zu erstellen. Bei einer von FRISCH AUF! unabhängigen Bewertung des Fernsehvertrages aus Ligasicht ist zu konstatieren, dass die Marktforschung bis einschließlich November mit mehr als 5.000 Beiträgen, einer Übertragungsdauer von über 1.000 Stunden und einer TV-Reichweite von mehr als 100 Mio. Zuschauern herausragende Werte für unser Sportart und damit verbundene Entwicklungsmöglichkeiten ausweist.Frage: Neben der DKB Handball-Bundesliga ist auch der internationale Wettbewerb von großer Bedeutung und im Februar startet FRISCH AUF! als Titelverteidiger in die EHF Cup-Gruppenphase mit den Gegnern RK Nexe Nasice, Cocks Riihimäki und RD Koper. Was trauen Sie Ihrer Mannschaft in dem Wettbewerb zu und wie wichtig ist die Teilnahme von FRISCH AUF! am EHF Cup?Gerd Hofele: Die Teilnahme am internationalen Wettbewerb hat für FRISCH AUF! aus Markensicht eine hohe Relevanz, da wir uns als regionaler Leuchtturm mit nationaler und internationaler Strahlkraft verstehen. Aus einer Fanperspektive heraus betrachtet erzeugen Europapokalspiele ein besonderes Interesse, stellen sie doch besondere Ereignisse mit einem natürlichen Knappheitsfaktor dar. Nachdem wir in den beiden letzten Jahren den Titel im EHF Cup erringen konnten, wobei insbesondere die Titelverteidigung bei den LIQUI MOLY EHF Cup Finals 2017 in der heimischen EWS Arena ein begeisterndes und geschichtsträchtiges Ereignis unserer Vereinschronik darstellt, wird unser nächstes (Teil-)Ziel die erfolgreiche Gestaltung der Gruppenphase und das Erreichen der Viertelfinals im EHF Cup sein.Frage: FRISCH AUF! ist aktuell noch in allen drei Wettbewerben (Liga, DHB-Pokal, Europapokal) vertreten. Wie beurteilen Sie diese Dreifachbelastung für Ihre Mannschaft und welche Ziele haben Sie sich für die Rückrunde 2017/2018 gesteckt?Gerd Hofele: Die Dreifachbelastung in allen drei Wettbewerben wird natürlich stark davon abhängen, in welcher Zeit und in welchem Umfang es gelingt, die Anzahl an Verletzungen in der Rückrunde zu reduzieren. Zu den Zielen in der Bundesliga und im EHF Cup habe ich mich bereits positioniert, bleibt also noch der DHB-Pokal. Positiv hervorzuheben ist, dass unser Team durch das erfolgreiche Auswärtsspiel beim HC Erlangen die Voraussetzung geschaffen hat, auch in diesem Wettbewerb zu „überwintern“. Natürlich hätten wir uns für das Viertelfinale endlich wieder einmal ein attraktives Heimspiel im Pokalwettbewerb gewünscht und aufgrund zahlreicher Auswärtslose in den letzten Jahren sicherlich auch verdient. Mit dem Auswärtsspiel beim spielstarken TSV Hannover/Burgdorf steht jedoch eine hohe Hürde vor einem trotzdem nicht unmöglichen Einzug unserer Mannschaft in das hochattraktive Final Four im DHB-Pokal des Deutschen Handballbundes.Vielen Dank Herr Hofele für das Gespräch.Quelle: PM FRISCH AUF! Göppingen


  
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