Saisonaus für Kreisläufer Sebastian Bösing: Fünfter Langzeit-Ausfall bei HSG Konstanz

Foto: Michael Elser Foto: Michael Elser

Das Verletzungspech bei der HSG Konstanz kennt kein Ende. Nachdem bereits Stefan Hanemann, Michael Oehler, Benjamin Schweda und Samuel Wendel langfristig, teilweise für die ganze Saison, ausfallen, hat es nun auch noch Kreisläufer Sebastian Bösing getroffen. Im Spiel gegen Eintracht Hagen hat der 23-Jährige sich zum dritten Mal eine Schulterluxation zugezogen und muss sich nun zum zweiten Mal einer Operation unterziehen – gleichbedeutend mit dem Saisonaus.

Es war jene Szene, als der talentierte Kreisspieler auf Höhe der Mittelinie mit einem spektakulären Hechtsprung den Tempogegenstoß des Gegners verhinderte, als er sich wieder die bereits operierte Schulter ausgekugelt hat. Mit dem rechten Arm schlug er den Ball weg vom heranstürmenden Gegner zurück zum Mitspieler, doch auf den linken, in der Außenrotation befindlichen, „knalle ich voll drauf“, sagt Bösing niedergeschlagen. „Ich habe sofort gespürt, was Sache war und bin noch einmal vor und zurück.“ Auf der Bank bestätigte ihm Mannschaftsarzt Dr. Tobias Payer seine schlimme Befürchtung. Zwar hatte die Schulter sich selbst wieder in die Gelenkpfanne zurückbewegt, doch knirschende Geräusche verhießen nichts Gutes. Nach MRT und CT steht fest: wieder ist das Labrum – die drei bis vier Millimeter breite, wulstige Umrahmung der Gelenkpfanne des Schulterblatts – gerissen und dazu ein Stück der Gelenkpfanne durch die Luxation abgebrochen.

Am morgigen Donnerstag wird in der Orthopädischen Klinik Markgröningen der Operations-Termin fixiert. Dieses Mal wird dabei aus dem Becken- oder Schulterknochen Knochenmaterial entnommen werden, um das Schultergelenk stabiler zu machen. Im Moment kann das 104-Kilogramm-Kraftpaket die Schulter kaum bewegen und muss den Alltag weitgehend mit einer Hand bewältigen. Autofahren etwa ist so derzeit unmöglich. „Ich habe eigentlich direkt gemerkt, was los war, wollte unter Adrenalin jedoch gerne weitermachen“, erzählt der Wirtschaftswissenschaft-Student. „Aber der Doc hat mich gebremst. Ich habe dann von der zweiten Halbzeit auf der Bank nicht mehr viel mitbekommen, und nach dem Spiel, mit Verfliegen des Adrenalins, sind auch die Schmerzen richtig gekommen.“

Obwohl ein Einsatz in dieser Saison damit unmöglich geworden ist, aufgeben ist nicht die Art des gebürtigen Wormsers. „Das gibt es nicht. Die ersten zwei Tage waren schwer, aber es bringt nichts, sich zu vergraben oder den Kopf hängen zu lassen“, sagt er voller Überzeugung. „Lernen geht ja immerhin“, lacht er schon wieder. Seinen Humor hat er auch nicht verloren, denn scherzhaft fügt er an: „Das mag also ein Beinbruch sein – aber eben kein Halsbruch.“ Halt gibt ihm die Familie – und die Aussicht auf ein erfolgreiches Comeback, so wie er es schon zweimal nach einer Labrumruptur geschafft hat.

Weitere Informationen unter:
www.hsgkonstanz.de

Quelle: PM HSG Konstanz


  
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